Eintauchen in Geschichte

Trainerweiterbildung der anderen Art.

Wenn man eine japanische Kampfkunst betreibt, dann gehört ein wenig Japan-Geschichte sicherlich dazu. Am 14. Juni bot sich dafür die Gelegenheit, denn im Parkhotel Dresden sahen wir eine „szenische Live-Erzählung“ unter dem Titel „Japan – Die Sage der Nation“. Ein Erzähler führte durch einige tausend Jahre, begleitet von einer stimmigen und traditionellen Musikerin auf dem Koto-Instrument.

Die Bühne erhellt auch von „unzähligen“ Kerzen, japantypischen Raumteilern, einer Bilderwand, gesäumt von Kirschbäumen in voller Blütenpracht, das japanische Kirschblütenfest (Sakura) dauert Monate, denn die Kirschblüte beginnt bereits im Januar auf Okinawa und arbeitet sich dann vor.

Die Koto erinnert entfernt an eine Zither, natürlich mit ganz anderem Klang, die gespielten Stücke füllen den Raum wunderbar aus.

Was man mit KI im positiven Sinn machen kann, zeigt die Präsentation über dem Bühne, und dabei fällt nun eine Reihenfolge der Erzählung auf, die wohl eher unüblich erscheint: sicherlich sind die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki im August 1945 höchstwichtiger Erinnerungsteil aller Japaner, neben der Zerstörung, dem sekundenschnellen Tod tausender Menschen und mehr, wird auch eine jahrtausendealte Tradition beendet, denn der Tenno wird bald nicht mehr als göttlicher Kaiser angesehen. Daher beginnt und endet die Erzählung mit diesem Ereignis.

Natürlich nimmt uns der Erzähler auch mit in die Geschichte, die volltönende Stimme erzählt und liest in getragener Ruhe, begleitet von Bildwelten, die den Text stützen. Mythen, Wendepunkte, kulturelle Prägungen: Es ist erstaunlich, wie man all dies, wofür man tausende Seiten lesen könnte, in einer 75-minütigen Inszenierung unterbringen kann.

Dreamlight – Experiences will magische Events, pure Emotionen und unvergessliche Momente schaffen so „entsteht eine inszenierte Geschichtsreise… als live erzählte, zusammenhängende Bühnenform, in der Vergangenheit, Atmosphäre und klang miteinander verschmelzen.“ (dreamlight-labs.com) Schade, dass nirgends die Namen der beiden Akteure genannt werden.

Das ist den Veranstaltern, denke ich gelungen und es hat sicherlich allen gefallen. Anschließend genossen wir Sonnenschein und Unwetter über Dresden im Luisenhof: ein schöner Sonntagnachmittag im Kreis von Freunden.

©️ Uwe (15.06.2026)

Einmal zu Hironori Ohtsuka II – Auf nach HH

Frank und ich waren dabei

Ausflug nach Hamburg


Hironori (Jiro) OHTSUKA, 10. Dan Wado-Ryu, Sohn des Stilgründers OHTSUKA, Mejin, in Deutschland. Die Gelegenheit musste nun endlich mal genutzt werden. Der Großmeister ist ja bereits 78 Jahre alt. Und beweglich ist der…

Auch sein Partner, Masafumi SHIOMITSU, 9. Dan, 70 Jahre alt, verblüffte uns um Jahrzehnte jüngere Schwarzgurtträger enorm. 

Hinzu kommt, wir begannen zwar jeweils kurz mit Grundtechniken, die Hauptanteile waren viel weiter führend, als bisher aus dem Prüfungsprogramm bekannt. 

Ein Glück, die kleine Halle war mit Matten ausgelegt, denn des Europäers Knie scheinen weniger für ausgedehnte Formen des IDORI ausgelegt zu sein. Die relativ geringe Menge der Teilnehmer lies ein sehr individuelles Training zu. Korrekturen durch die Großmeister waren so direkt und oft möglich. Schon deshalb hat sich der Lehrgang gelohnt. Auch wenn Sensei OHTSUKA mir dabei merkbar vor das Schienbein trat. 

Beide gaben an den Trainingstagen je zwei Trainingseinheiten. Dadurch bekamen Frank und ich die Gelegenheit auch mal nach Hamburg hinein zu fahren. Ich selbst war noch nie dort. So konnten wir einen ausgedehnten Spaziergang zum Rsthaus, der Binnenalster, in die Speicherstadt und zu den Landungsbrücken unternehmen, wo es lecker Fisch zu essen gab. 

Seine Horizont zu erweitern, ist also sicher nicht hoch genug einzuschätzen. Karate und Kultur an einem Wochenende: Was will man mehr?

Das Wado Magazin gibt es hier

©️ Uwe

1. Wado Cup oder BBB

Wettkampfversuche der ersten Jahre

Fank Kulus startete damals noch für den Chemnitzer Wadoverein.

BBB steht für Bautzner Braungurt Blase. So überschrieben die DNN den kurzen Artikel zum 1. Sächsischen Wadocup 1994. Torsten Blase * war dieser Kämpfer, durch den der Blogger dreizehn Jahre später wichtige Hilfestellung für seine anstehende Dan-Prüfung  erhielt.

Aus dem Wado – Magazin

Die Vorbereitungen für diesen Cup waren immens, für uns das erste Mal. Ich glaube ich habe die ganze Nacht vorher Wettkampflisten gedruckt. Und so schnell waren die Rechner damals noch nicht und der Tintenfüllstand der Drucker auch nicht so toll. Dann habe ich auch noch versucht, selbst mal im Kumite zu bestehen.

  • Torsten Blase ist Prüferreferent Wado-Ryu im SKB

©️ Uwe

Der Karatepensionär

„Ein hoher Würdenträger der japanischen Kampfkünste gab sich am Sonnabend und Sonntag die Ehre…“ titelten die Dresdner Neuesten Nachrichten am 13. Februar 1994. Die Zeitung meinte den damals 61jährigen Rob Zwartjes (* 4.10.1932), der aus den Niederlanden oder aus Frankreich wo wer wohnte, oft zu uns kam.

Einer seiner freundlichen Sprüche war immer: „Das ist auch gutes Karate, aber das wollen wir gerade nicht trainieren.“ Besonders die Kinder hingen an seinem Gi und wollten Autogramme, zum Beispiel auf ihre Gürtel.

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