„Ein hoher Würdenträger der japanischen Kampfkünste gab sich am Sonnabend und Sonntag die Ehre…“ titelten die Dresdner Neuesten Nachrichten am 13. Februar 1994. Die Zeitung meinte den damals 61jährigen Rob Zwartjes (* 4.10.1932), der aus den Niederlanden oder aus Frankreich wo wer wohnte, oft zu uns kam.
Einer seiner freundlichen Sprüche war immer: „Das ist auch gutes Karate, aber das wollen wir gerade nicht trainieren.“ Besonders die Kinder hingen an seinem Gi und wollten Autogramme, zum Beispiel auf ihre Gürtel.
Erinnerlich ist mir, dass dieses Wochenende bitter kalt war. Ihn zu verpfelgen war nicht leicht. Rob war nämlich Vegetarier. Einmal, als er seine Gemüseplatte wegen Schinkenstreifen zurückschob, bestellten wir ihm eine neue. Allerdings wollte Rob auch diese nicht haben. Der Koch hatte einfach die Schinkenstreifen heraus gezogen. So ein Lump…
Ebenso weiß ich noch, wie Rob Zwartjes irgendwann einmal bei mir übernachtete. Die Verpflegung war wie gesagt schwierig, denn den überzeugten Vegetarier konnte man nichts vorsetzen, was auch nur in die Nähe zum Beispiel eines Leberwurstmessers gekommen war.
Irgendwann des Nachts setzte er sich mit den Tüten, in denen mehrere hundert DKV-Ausweise steckten, vor die Couch, sah sich jeden Ausweis an und stempelte diesen bedächtig ab. Helfen lies er sich nicht, nein er schickte seinen Fahrer der damals den grünen oder blauen Gürtel trug, ins Bett.
Schön war es, ihn 2014 auf dem Millenniums-Lehrgang anlässlich der KarateWM in Bremen wiederzusehen. Er schaute mich an und meinte schmunzelnd: „Dresden!“

Es gab wohl keinen oder keine Karateka, die nicht traurig an viele schöne Stunden dachten, als wir von seinem Tod (13.12.2021) hörten.
© Uwe (12.02.2026)